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Neue Studie enthülltDie Ärmeren sind die Treiber der Corona-Pandemie in Basel

Ein Forschungsteam aus Basel hat untersucht, wie sich das Coronavirus am Rheinknie verbreitet hat. Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse über das Impfen.

Alexander Müller , SDA

Die Mobilität insbesondere der Jüngeren, war ein wichtiger Faktor für die Virusverbreitung, sagen die Forscher.

Foto: Nicole Pont

Die Treiber der Corona-Pandemie in Basel waren Menschen mit hoher Mobilität, engem Wohnraum und niedrigem Einkommen, wie eine noch unveröffentlichte Studie zeigt. Die Erkenntnisse können helfen, die bestmögliche Verteilung von Impfstoffen zu ermitteln.

Man weiss relativ wenig darüber, wie sich das Coronavirus lokal ausbreitet. Ein Forschungsteam um Adrian Egli vom Universitätsspital Basel untersuchte dies nun mit Kollegen der Uni Basel und der ETH Zürich anhand von Daten vom Frühjahr für die Stadt am Rhein.

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So identifizierten sie zwei Gruppen, in denen bestimmte Ansteckungsmuster auftraten: Zum einen ältere Menschen, die Sars-CoV-2 meist in ihren eigenen Wohnvierteln einfingen und dort weitergaben. Zur Virusverbreitung in der ganzen Stadt trugen die Senioren jedoch nicht besonders stark bei. Dies war vor allem die zweite Gruppe: Jüngere Menschen mit hoher Mobilität, tiefen Einkommen und engem Wohnraum, wie die Forschenden in der noch nicht von anderen Fachleuten begutachteten Studie berichten.

Kein Homeoffice und viele Kontakte

Die Reproduktionszahl in den entsprechenden Wohnvierteln lag denn auch deutlich höher als in den wohlhabenderen Gegenden (die Zahl gibt an, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt). Ein Grund: Sozioökonomisch schwächere Gruppen arbeiten häufig in Berufen, in denen Homeoffice selten möglich ist. Ebenfalls erfordere ihre Arbeit persönlichen Kontakt mit anderen Menschen und stärkere Mobilität, wie Adrian Egli im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Als Grundlage für ihr epidemiologisches Modell dienten den Forschenden rund 750 positive Corona-Tests zwischen März und April. Von über 400 der Proben sequenzierten sie das ganze Virusgenom. Diese anonymisierten Informationen kombinierten sie mit Bevölkerungsdaten, die Angaben zum Alter, zur Bevölkerungsdichte und zur Höhe der Einkommen enthielten. Ebenfalls flossen Bewegungsdaten von Personen ein, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Auto, zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs waren.

Treiber der Pandemie priorisieren

Die Ergebnisse können laut den Forschenden für eine effektive Impfstrategie genutzt werden. «Natürlich ist es absolut richtig, zuerst die älteren Menschen und Risikopersonen zu impfen», sagte der Mikrobiologe Egli. So könne diese empfindliche Gruppe geschützt werden.

Die epidemiologische Kurve flache damit aber kaum merklich ab. «Deshalb ist es wichtig, dass danach diejenigen Menschen eine Impfung erhalten, die die Pandemie hauptsächlich antreiben.» Konkret: Solange Impfstoffe noch nicht für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen, sollten die Gruppen mit hoher Mobilität und aus bevölkerungsreichen Vierteln priorisiert werden.

Anwendbar auf andere Städte

Die identifizierten Übertragungsmuster liessen sich auch auf andere Städte anwenden. «Ein grosser Teil der europäischen Städte weist ähnlich hohe Bevölkerungszahl wie Basel auf», sagte Egli. Die demographische Struktur, die Verteilung der dünn und dicht besiedelten sowie reicheren und ärmeren Quartiere sei in vielen mittelgrossen Städten ähnlich.

83 Kommentare

Otti Ramseier

Montag, 28. Dezember 2020, 5:12

Angesichts der aktuellen Entwicklung und dass man sich in der CH über verlängerte Weihnachtsferien resp. Schulschliessungen berät, passt mein nicht publizierter Kommentar wieder.

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